Eric Clapton & Van Morrison 2020

Willst du ein freier Mann sein oder ein Sklave? Wo sind all die Rebellen hin? Kein Lockdown mehr!!!

"Steh' auf und handle"

Steh' auf und handle!
Du lässt dir von ihnen Angst einjagen
Steh' auf und handle!
Aber kein einziges Wort, das du hörtest, war wahr,
Aber wenn es nichts gibt, was du sagen kannst,
Kannst du vielleicht auch nichts tun.

Willst du ein freier Mann sein
Oder willst du ein Sklave sein?
Willst du ein freier Mann sein
Oder willst du ein Sklave sein?
Willst du diese Ketten tragen
Bis du im Grab liegst?

Ich will kein Bettler sein,
Und ich will kein Prinz sein,
Ich will kein Bettler sein,
Und ich will kein Prinz sein.
Ich will nur meinen Job machen,
Den Blues für meine Freunde spielen.


Magna Carta, Menschenrechte,
die Verfassung, was sind sie noch wert?
Du weißt, sie werden uns zermalmen, ah,
Bis es wirklich weh tut.
Ist dies eine souveräne Nation
Oder nur ein Polizeistaat?
Passt besser auf, Leute,
Bevor es zu spät ist!

Willst du dein eigener Fahrer sein
Oder ein totes Pferd weiter peitschen?
Willst du dein eigener Fahrer sein
Oder ein totes Pferd weiter peitschen?
Willst du es besser machen
Oder willst du es schlimmer machen?

Steh' auf und handle!
Du lässt dir von ihnen Angst einjagen,
und du wirst den Fluss hinunter verkauft.
Aber kein einziges Wort davon war wahr.
Wenn es nichts gibt, was du sagen kannst
Kannst du vielleicht nichts mehr tun!

Steh' auf und handle!
Steh' auf und handle!
Dick Turpin trug auch eine Maske.

 

(Richard Turpin (* 21. September 1705; † 7. April 1739) war ein englischer Straßenräuber und Viehdieb im Epping Forest. Sein Leben dient als Vorbild für die fiktive Gestalt Dick Turpin in verschiedenen Werken der Literatur, Musik und des Theater- und Filmschaffens. Die meisten Geschichten spielen im England des 18. Jahrhunderts. Dort lebt der Bürger Richard Dick Turpin (Dick ist die englische Kurzform von Richard). Nachdem er durch die Obrigkeit betrogen wird und von der Justiz keine Hilfe erhält, wird er zum Rächer in eigener Sache und zum Kämpfer gegen die Ungerechtigkeit gegenüber anderen Bürgern. Dabei fungiert er häufig in Doppelrollen als normaler Bürger und als Straßenräuber.)


#allesdichtmachen

Satire kann man nicht studieren


Wiglaf Droste - Über das Proletariat (1995)

Oder: Was Marx nicht vorhersehen konnte


Karat - Marionetten (1982)

...40 Jahre voraus gedacht

Auch in der DDR wurden schon kritische Musiker zensiert. Ich erinnere mich, dass Tony Krahl von der Band "City" das mal erläutert hat. Auch auf der "Februar"-Scheibe der Band Silly gab es viele eindeutige Bezüge. Immerhin wurde doch einiges an Kritik auf Platte gepresst und verkauft. So auch bei "Marionetten" die offensichtliche Anspielung auf den Status Quo in der DDR.

 

Umso erstaunlicher, dass die derzeitige Situation aktuell von wenig Musikern hinterfragt wird. International haben der von mir schon lange verehrte "Mr. Slow Hand" Eric Clapton und Van Morrison die notwendige Kritik in Songs gebettet. Alex Olivari, Dirk Zöllner oder Nena sind da in Deutschland eher Rufer in der Wüste. Andere "Helden unserer Jugend" sind vermutlich satt und haben sich diesmal einfach nur selbst arrangiert, antatt sich zu engagieren...


Vive l'Art



"Manifest der offenen Gesellschaft" – Intellektuelle fordern Debatte über Corona-Politik

Verschiedene namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger oder Jan Josef Liefers sprechen sich in einem "Manifest der offenen Gesellschaft" für einen offenen Umgang mit der "Corona-Krise" und den "Maßnahmen" aus.

 

Nach über einem Jahr "Corona-Krise" haben verschiedene Intellektuelle am Donnerstag in der Welt und im Freitag ein "Manifest der offenen Gesellschaft" veröffentlicht. Darin fordern die Unterzeichner mehr Offenheit und weniger Cancel Culture in der Corona-Debatte. Nach monatelangem Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der Corona-Politik gehe es nun endlich um einen Dialog auf Augenhöhe und um Argumente.

 

Mit ihren Anliegen wollen die Unterzeichner die Polarisierung der Gesellschaft aufhalten und die Krankheit COVID-19 und die Folgen der "Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie" richtig einordnen, diskutieren sowie ohne Stigmatisierungen auch kritisieren wollen, sagte die Mitinitiatorin Franziska Augstein dem NDR:

"Ich bin nicht die Einzige, die das Gefühl hat, dass man sich nicht frei äußern kann. Das liegt – leider – nicht zuletzt an der Bundesregierung, die alles getan hat, jene zu unterstützen, die panisch sind, die glauben, Corona sei so etwas wie die Pest und die deswegen jeden als Corona-Leugner verleumden, der oder die sich anmaßt zu sagen, dass die Maßnahmen gegen die Pandemie nicht verhältnismäßig seien."

 

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin a. D., stellvertretende Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit:

"Ja, es gibt genug Anlässe zu Frust und Ärger in Pandemiezeiten, die zu massiven Freiheitsbeschränkungen geführt haben und deren Ausgang unbekannt ist. Lasst uns faktenreich und respektvoll streiten und um Argumente ringen, ohne persönliche Beleidigungen und Beschimpfungen. Das ist das Salz der Demokratie und ihre Stärke. Aussprechen, Zuhören, Erklären und Verständigen führen zum Miteinander, absolute Wahrheiten hat niemand. Dürfte doch nicht so schwierig sein!"

Jan Josef Liefers, Schauspieler, Musiker und Regisseur:

"Ein System, dass Kunst für nicht systemrelevant erklärt, ist ein System ohne Relevanz. Um Grundrechte dermaßen lange auszusetzen, bedarf es erstklassiger Gründe, die immer wieder der öffentlichen Gegenrede ausgesetzt werden und ihr standhalten müssen."

Michael Meyen, Medienforscher und Professor, Ludwig-Maximilians-Universität München:

"Eine offene Gesellschaft braucht eine Bühne, auf der alle vor aller Augen alles verhandeln können – ohne Stempel (Verschwörer, Nazi, Antisemit) und ohne Angst um Leib und Leben (Julian Assange). Nach dem Ende der DDR dachte ich: Jetzt kommt es, das Reich der Freiheit. Heute gibt es eine Debatte um Cancel Culture, ein Netzwerk Wissenschaftsfreiheit und dieses Manifest. Die große Bühne ist klein geworden, weil wir den Journalismus dem Kommerz, der Politik und der Moral ausgeliefert haben."

Mathias Richling, Satiriker und Kabarettist:

"Am Anfang der Corona-Zeit wollte man wegen Überlastung der Gesundheitssysteme nicht entscheiden müssen, wen man überleben lässt und wen nicht. Heute warnen Schäuble und Welthungerhilfe wegen unterbrochener Lieferketten für Bauern aufgrund der Maßnahmen vor Millionen von Hungertoten. Lässt man also Millionen verhungern, damit Zehntausende nicht an Corona sterben? Das ist hoher politischer Sarkasmus. Der ergänzt wird, wenn beliebige Politiker anmerken, man wolle nicht, dass Menschen sterben. An Corona. Man entscheidet also doch. Denn an allem anderen dürfen sie verenden."


Hans Söllner wie immer unmaskiert


Der schwedische Weg ist gescheitert?

Übersterblichkeit 2020 nach Auswertung des Zentrums für evidenzbasierte Medizin in Oxford


Merkel verspricht...sich ständig


Überwachung der Sperrstunde ?

programmierbarer Blitz Anhänger / Enforcement Trailer

Der Blitzeranhänger kann aber nur die Geschwindigkeit messen und scharfe Beweisfotos machen. Er kann auch so programmiert werden, dass er Durchfahrtsverbote protokollieren könnte.

Es ist also auch möglich, dass der Anhänger während der Sperrstunden die Nichtbefolgung dokumentiert.

 

Wer weitere Details lesen möchte, sollte HIER klicken.


Nachdenken würde auch der Exikutive helfen


Das Medikament gegen Vernunft

Wirksamkeit durch alle Diktatoren bestätigt


Innenministerium spannte Wissenschaftler für Rechtfertigung von Corona-Maßnahmen ein

Das Bundesinnenministerium spannte in der ersten Welle der Corona-Pandemie im März 2020 Wissenschaftler mehrerer Forschungsinstitute und Hochschulen für politische Zwecke ein. Es beauftragte die Forscher des Robert-Koch-Instituts und anderer Einrichtungen mit der Erstellung eines Rechenmodells, auf dessen Basis die Behörde von Innenminister Horst Seehofer (CSU) harte Corona-Maßnahmen rechtfertigen wollte.

Das geht aus einem mehr als 200 Seiten starken internen Schriftverkehr zwischen der Führungsebene des Innenministeriums und den Forschern hervor, der WELT AM SONNTAG vorliegt. Eine Gruppe von Juristen hat den E-Mail-Verkehr in einer mehrmonatigen rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Robert-Koch-Institut erstritten.

 

Im E-Mail-Wechsel bittet etwa der Staatssekretär im Innenministerium, Markus Kerber, die angeschriebenen Forscher, ein Modell zu erarbeiten, auf dessen Basis „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ geplant werden könnten.

 

Die Wissenschaftler erarbeiteten dem Schriftverkehr zufolge in nur vier Tagen in enger Abstimmung mit dem Ministerium Inhalte für ein als geheim deklariertes Papier, das in den folgenden Tagen über verschiedene Medien verbreitet wurde.

Darin wurde ein „Worst-Case-Szenario“ berechnet, laut dem in Deutschland mehr als eine Million Menschen am Coronavirus sterben könnten, würde das gesellschaftliche Leben so weitergeführt wie vor der Pandemie.

Quelle: Welt.de


Amtsgericht: Lockdown mit Kontaktverbot verfassungswidrig

Weimar hat die Lockdown-Politik in Deutschland und das damit einhergehende allgemeine Kontaktverbot für illegal erklärt. Zwar bezieht sich das vor wenigen Tagen gefällte und noch nicht rechtskräftige Urteil auf einen Vorfall im Frühjahr 2020 in Thüringen. Doch das Gericht nahm in seiner Bewertung auch den bundesweiten „Wellenbrecher-Lockdown“ aus dem November 2020 ins Visier, der zweimal verlängert wurde und quasi bis heute gilt, sogar in verschärfter Form (Az.: 6 OWi - 523 Js 202518/20).

In seiner 19-seitigen Urteilsbegründung...stuft das Amtsgericht das allgemeine Kontaktverbot als „verfassungswidrig“ ein. Mit der Maßnahme habe der demokratische Rechtsstaat ein „Tabu verletzt“ und gegen die „als unantastbar garantierte Menschenwürde“ verstoßen. Die politischen Entscheider hätten „die Grundlagen der Gesellschaft“ angegriffen und die Freiheitsrechte der Menschen auf unzulässige Weise beschnitten. Die Eingriffe seien nämlich „unverhältnismäßig“ gewesen.

So habe im Frühjahr 2020 weder in Thüringen noch anderswo in Deutschland ein „allgemeiner Gesundheitsnotstand“ geherrscht, stellt das Gericht fest. Es bestand demnach weder die Gefahr, dass unser Gesundheitssystem zusammenbrechen würde, noch dass die Zahl der Todesfälle in „vollkommen andere Dimensionen“ steigen würde als bei den „regelmäßig vorkommenden Grippewellen“.

 

Deshalb habe der Staat kein Recht gehabt, einen Lockdown anzuordnen und damit „die umfassendsten und weitreichendsten Grundrechtseinschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik“ durchzusetzen.

Quelle: Focus Online


Ethikrat Prof. Lütge übt Kritik an Politik


Leben lernen

Lockdown bedeutet Einschluss. Der Begriff stammt aus dem Strafvollzug. Ebenso wie das Wort von der Lockerung aus dem Strafvollzug stammt. Warum nennen wir die Dinge nicht beim Namen? Wahrscheinlich, weil es dann leichter fällt, sie zu verschleiern.

Also: Der Einschluss wird verlängert. Die Kanzlerin wollte es so, die Ministerpräsidenten haben zugestimmt und – traut man den Umfragen – auch die Mehrheit des Volkes ist dafür.

Wir lassen uns von diesem Virus also weiterhin in Haft nehmen. Bewirken wir damit etwas Gutes? Oder ist unsere Mühe vergeblich? Die Frage ist unerlässlich: Es geht so viel kaputt und verloren, die Kosten sind so hoch, die seelischen, die sozialen, die ökonomischen, da müssen wir doch wissen, ob es das alles wert ist.

Nach einem Jahr Corona können wir sagen: Die Antwort lautet leider nein. Denn beim wichtigsten Ziel der Corona-Maßnahmen – dem Schutz der Schwachen – hat Merkels Corona-Regierung versagt. Beinahe 90 Prozent der Menschen, die in Deutschland an Covid-19 gestorben sind, waren älter als siebzig Jahre. Auch der jüngste Einschluss, der Anfang November begann und nun bis Mitte Februar verlängert wird – und dann? – hat nichts daran geändert, dass Corona eine schwerwiegende Bedrohung für die Ältesten ist. Im Gegenteil: In den besonders gefährdeten Altersgruppen der Über-85-Jährigen sind die Infektionszahlen sogar noch gestiegen. Bei den Über-90-Jährigen lag die Inzidenzzahl Ende 2020 bei über 700.

Der jüngste Einschluss war eine kolossale Fehlleistung. Merkels Corona-Politik hat die schlechteste aller Welten erzeugt: Die Jungen werden ihrer Freiheit beraubt und an der Gefahr für die Alten ändert sich nichts. Das ist widersinnig. Aber es liegt in der Konsequenz der bisherigen Maßnahmen.

Warum haben wir nicht die Altersheime geschützt, in denen sich die meisten Infektionen der besonders Gefährdeten abspielen? Warum haben wir den Fokus der ganzen gesellschaftlichen Sorge nicht auf jene gerichtet, für die das Virus eine lebensgefährliche Bedrohung ist? Weil sich Epidemiologen, Medien und Politik sehr früh der Illusion hingegeben haben, die Krankheit könne in einem großen, gemeinsamen Kraftakt besiegt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, mussten sie der Öffentlichkeit eintrichtern, dass die Pandemie eine Bedrohung für jeden Einzelnen sei.

Der Schutz besonders gefährdeter Gruppen hätte – das war die Befürchtung – das Netz der Solidarität geschwächt, auf dessen Festigkeit man sich zur Seuchenbekämpfung verlassen wollte. So wurden die Maßnahmen von einem fehlgeleiteten Ethos gelenkt, nicht von der Vernunft. Das rächt sich jetzt.

Politiker und Journalisten wunderten sich, dass die Menschen den zweiten Einschluss nicht mehr ganz so ernst nahmen wie den ersten. Dabei ist der Grund offenkundig: Die Menschen schätzen ihr Risiko, selbst zu erkranken und dann mit diesen oder jenen Folgen rechnen zu müssen, inzwischen realistisch ein. Sie verhalten sich nicht wie die Monaden, die in den Rechnerzentren der Universitäten durch die epidemiologischen Modelle gejagt werden – sondern wie Menschen.

Dieselben Politiker und Journalisten waren verblüfft, als die Meldungen die Runde machten, die Pflegerinnen in den Heimen verweigerten sich in großen Zahlen einer Impfung. Also ausgerechnet jene, die täglich in den Heimen die Alten sterben sehen. Die Verwunderten kamen gar nicht auf die Idee, das Argument umzukehren: Gerade weil die Pflegerinnen jeden Tag sehen, dass Covid-19 zuerst eine Krankheit der Alten ist, fühlen sie sich selbst davon weniger bedroht als von den unbekannten Risiken der Impfung. Sie schätzen ihr eigenes Risiko realistisch ein und nehmen in Kauf, weiterhin jene zu gefährden, in deren Dienst sie doch stehen sollten – die Alten. Man mag das selbstsüchtig nennen, unvernünftig ist es nicht.

Nach einem Jahr Corona kann man wissen: Einschluss funktioniert nicht. Zu immensen Kosten wird wenig Zeit erkauft. Das Virus ist in der Welt. Wer zur Normalität zurückkehrt, kehrt zum Virus zurück. Je deutlicher das wird, desto verzweifelter werden die Versuche, den Krieg gegen das Virus doch noch zu gewinnen: Die Initiative Zero Covid fordert, den Einschluss, der schon in Deutschland und den anderen europäischen Ländern nicht den gewünschten Erfolg brachte, auf den gesamten Kontinent auszudehnen, mit dem Ziel, das Virus de facto auszurotten.

Was diese Leute vorschlagen – alles, wirklich alles dichtzumachen – läuft darauf hinaus, die Gesellschaft zu zerstören, um sie zu retten. Im besten Fall ist das Ausdruck „persönlicher Verzweiflung“, wie der Ökonom Rudolf Hickel seine Unterschrift begründete, im schlechtesten Fall ist es Zeichen einer gefährlichen Kreuzfahrermentalität, der im Krieg gegen die Krankheit jedes Mittel recht ist. Davon hatten andere Experten wohlweislich abgesehen. Und zwar weil es nicht funktioniert. Im Sommer hatte Mike Ryan, der bei der WHO für den Umgang mit Covid-19 zuständig ist, gesagt, dass die Menschheit in absehbarer Zukunft nicht in der Lage sein werde, dieses Virus zu beseitigen: „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ Jetzt wäre eine gute Zeit, damit anzufangen.

Quelle: Der Freitag

Autor: Jakob Augstein


Virologe zerreißt Merkels Corona-Strategie: „So weit weg von der Realität“

 

Professor Dr. Klaus Stöhr* zählt zu den erfahrensten Seuchenbekämpfern der Welt, leitete etwa das Influenza-Programm der WHO und koordinierte deren Forschung zu Sars-Viren. Seine Worte finden Gehör bei Regierungen rund um den Erdball, aber nicht im eigenen Land. Zum jüngsten Krisengipfel mit den Ministerpräsidenten lud Kanzlerin Angela Merkel* den 61-jährigen Virologen und Epidemiologen nicht ein – obwohl die SPD-geführten Länder darauf gedrängt hatten. Im Interview mit unserer Zeitung analysiert Stöhr die Corona-Strategie von Merkel, Söder & Co.

Corona in Deutschland: Kritischer Umgang mit Kindern - „Einfach nicht differenziert genug“

Wie bewerten Sie die neuen Lockdown-Beschlüsse?
Professor Dr. Klaus Stöhr: Im Winter erreichen Pandemien naturgemäß ihren Höhepunkt. Deshalb ist es fundamental richtig, dass man jetzt auch mit angepassten Schutzmaßnahmen vorangehen muss. Allerdings wird es mit der gegenwärtigen Strategie nach dem Motto „vor dem Lockdown ist nach dem Lockdown“ schwer, über diese kritische Zeit zu kommen, ohne die Unterstützung der Menschen zu verlieren. Vor diesem Hintergrund ist Schließung von Kindergärten und Grundschulen noch kritischer zu bewerten als Ausgangssperren. Sie wären das letzte Mittel in absoluten Krisensituationen – und diese Krisensituation sehe ich derzeit nicht.
Wo liegen die Schwachstellen der Lockdown-Strategie?
Stöhr: Der Ansatz der aktuellen Strategie ist ja, eine Inzidenz* von 50 anzustreben, damit die Gesundheitsämter die Kontakte wieder weitestgehend nachverfolgen können. Im Winter ist dieser Zielwert illusorisch, reines Wunschdenken.
Wieso sollte sich dieses von der Kanzlerin gebetsmühlenartig erklärte Ziel nicht erreichen lassen?
Stöhr: Das Virus ist flächendeckend verbreitet, wir haben eine drei- bis fünffache Dunkelziffer bei den Infektionszahlen. Es wird noch ein paar Wochen lang kalt sein, wodurch sich das Virus leichter ausbreiten kann als im Sommer. Die Maßnahmen werden zwar Wirkung zeigen, aber die Inzidenz niemals auf Dauer unter 50 zu halten sein. Deutlicher sind die Erfahrungen in unseren Nachbarländern. Hier liegen die Inzidenzen nach mehreren Lockdowns alle weit über 100. Tragisch war die Erfahrung aus Irland: Nach einer national Kraftanstrengung war im Dezember die 50er-Marke erreicht. Nach dem Lockern dann aber auf Rekordwerte über 900 geschnellt.
Welchen Grenzwert halten Sie für sinnvoll?
Stöhr: In den letzten Wochen hat man gesehen, dass wir in Deutschland mit einer Inzidenz von 130, 160, vielleicht 180 gut umgehen können. Die Krankenhäuser sind belastet, aber nicht überlastet. Wir sehen ja sogar eine Abnahme der Inzidenz. Gleichzeitig gibt es aber noch immer viele Todesfälle, vor allem in den Altenheimen. Der richtige Schluss daraus ist: Mit einem Gießkannenprinzip die gesamte Bevölkerung gleich zu behandeln, wird nicht funktionieren. Für Kinder und Bewohner der Altenheime die gleiche Inzidenz-Grenze anzusetzen, halte ich einfach für nicht differenziert genug. So eine Seuche betrifft Risikogruppen, im Falle von Covid-19 vor allem alte Menschen. Wie man mit einer Schließung von Kindergarten- und Schulschließungen das Infektionsgeschehen in Altenheimen eindämmen kann, verstehe ich gar nicht.
In Merkels Beraterstab fordert beispielsweise Ihre Kollegin Melanie Brinkmann sogar eine Zero-Covid-Strategie – also Inzidenz null. Realistisch?
Stöhr: Zero Covid ist zero realistisch. Dieses Ziel zu erreichen und dann langfristig in der Mitte von Europa im Winter zu halten, ist so weit weg von der Realität. Ich wundere mich, dass man sich ernsthaft damit befasst.
Warum?
Stöhr: Weil es eine rein mathematische Herangehensweise an die Bekämpfung der Pandemie ist. Bei einem solchem Naturereignis muss man aber die Realität sehen: Aus den Erfahrungen mit anderen ansteckenden Atemwegserkrankungen haben wir gelernt, dass die Inzidenz im Winter zehn bis 15 Mal höher ist als im Sommer. Wir sehen auch an den schlimmen Erfahrungen in unseren Nachbarländern, dass ein harter Lockdown die
Inzidenz auf Dauer nicht unter 100 drücken kann.
Was muss gehen, damit wir Corona besser in den Griff bekommen?
Stöhr: Sinnvoll wäre, wenn fachübergreifend breiter beraten würde. In solche Gremien gehören neben Virologen und Epidemiologen beispielsweise auch Sozialwissenschaftler, Gesundheitsökonomen und Marketing- und Kommunikationsexperten. Wir wollen ja eine Einstellungsänderung in der Bevölkerung erreichen – und die wird mit Druck allein nicht gelingen. Die Menschen erwarten eine positive Agenda, ein Ziel, auf das wir gemeinsam hinarbeiten können. Dann werden sie auch Verständnis dafür aufbringen, falls die Maßnahmen noch mal etwas verschärft werden müssten.
Angela Merkel will diese Kritik offenbar nicht hören. Warum sind Sie in Deutschlands wichtigstem Krisenstab nicht vertreten?
Stöhr: Da müssen Sie andere fragen. Ich habe schon viele Regierungen beraten. Die meisten haben versucht, einen repräsentativen Kreis an Experten unterschiedlicher Fachrichtungen einzuladen. Sie haben verschiedene Ansätze zur Bekämpfung der Pandemie erarbeitet, alle Vor- und Nachteile dargestellt. Darüber wurde dann ergebnisoffen diskutiert. Aus der Summe der Alternativen lässt sich dann der bestmögliche Kompromiss finden. So habe ich das Krisenmanagement bei Ausbrüchen jedenfalls bisher erlebt.
Was genau müssen Kanzlerin und Ministerpräsidenten anders machen?
Stöhr: Zusätzlich zu den verordneten Maßnahmen brauchen wir Leute, die es schaffen, die Köpfe der Menschen zu erreichen. Wenn man nicht von Anfang an die optimale Kommunikationsstrategie durchdenkt, dann verliert man die Menschen auf dem langen Weg durch eine Pandemie.
Ist das nicht die Aufgabe der Politiker?
Stöhr: Natürlich. Aber ohne langfristiges, erreichbares Ziel, eine Positivagenda und die vage Hoffnung, dass es nach dem Lockdown alles anders wird, wirkt ihre tägliche Argumentation in vielen Fällen leider nicht.
Haben Sie ein konkretes Beispiel parat?
Stöhr: Im November hieß es: „Wir machen jetzt bis Weihnachten Lockdown – und danach wird alles gut.“ Es war schon damals klar, dass das Virus und der Winter vier Wochen später immer noch da sein werden und mehr als 90 Prozent der Bevölkerung empfänglich sind. So zu argumentieren, ist einfach zu kurz gesprungen. Eine Pandemie ist ein langfristiges Ereignis.

Quelle: Merkur


Helmut Schleich strengt erste Klage gegen FFP2-Maskenpflicht an

Schleich sagte der AZ: "Die FFP2-Masken gelten selbst nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung für den Privatgebrauch grundsätzlich als nicht geeignet. Wie sollen denn Herr Müller und Frau Meier die Masken sachgerecht aufsetzen? Hier ist die bayerische Staatsregierung eindeutig über das Ziel hinausgeschossen." 

Quelle: Abendzeitung München


Die Erinnerung ist eine mysteriöse Macht

und bildet den Menschen um.
Wer das, was schön war, vergisst, wird böse.
Wer das, was schlimm war, vergisst, wird dumm.

 

Erich Kästner


NachDenken über Angst

NachDenkSeiten provozieren...zum Nachdenken

Es war einmal ein König, der gerne ausschweifige und opulente Feste feierte und dabei viel Geld ausgab. Deshalb schickte er seinen Schatzmeister immer wieder los, um noch mehr Geld aus seinen Untertanen herauszupressen. Doch diese waren es leid und der Schatzmeister berichtete seinem König:

„Die Leute wollen nicht mehr Steuern bezahlen, mein König. Das letzte Mal waren sie gar feindlich gesinnt und machten bedrohliche Anstalten.“

Der prall gefüllte, reich geschmückte König schaut ihn ungeduldig und mürrisch an.

„Aber ich will meine Feste feiern. Dann nimm mehr Soldaten mit. Was fällt denen ein. Ich bin ihr König.“

„Mein König, das wird nicht viel bringen. Ich befürchte gar, dass sie aufbegehren werden. Wir müssen uns etwas einfallen lassen.“

Der König dreht an seinen dicken Goldringen und streicht über seinen edlen Rock.

„Du hast doch kürzlich Bären in meinem Königreich gesehen.“

Der Schatzmeister will es wissen: „Mein König, ich verstehe den Zusammenhang nicht. Was hat das … “

„Genug.“ Der König bekommt blutunterlaufene Augen.

„Du gehst los und sagst den Bauern, dass du Bären gesehen hast, die sehr gefährlich sind und ihnen das Letzte nehmen, was sie noch haben.“

Der Schatzmeister schaut seinen Herrn mit zusammengekniffenen Augenbrauen an.

„Du sagst ihnen, dass der König sie beschützen wird, vor den gefährlichen Bären, wenn …

Des Schatzmeisters Augenbrauen glätten sich wieder.

„…wenn sie die geforderten Steuern zahlen. Das wird ihnen ihr Leben wert sein. Los, geh.“

Und siehe da, der Schatzmeister zieht los, kommt mit einer gut gefüllten Schatztruhe zurück und wenn der König nicht gestorben ist, dann gehen diese Feste weiter.

 

Quelle: www.nachdenkseiten.de


Im SPIEGEL: Grundrechte außer Kraft, Alte isoliert, Kinder ohne Bildung

Wie Covid-19 die Werte beschädigt, die das deutsche Gemeinwesen ausmachen.(von Franziska Augstein)

Die Mehrheit der Bundesbürger findet es völlig in Ordnung, dass Grundrechte über die Köpfe ihrer Abgeordneten im Bundestag hinweg außer Kraft gesetzt werden, dass also die deutsche Demokratie partiell außer Kraft gesetzt wird. 



An Grippe stirbt man heute nicht mehr

oder: Die Suche nach unmodernen Erregern

Wo sind all die Grippeviren hin...? würde eine aktuelle Version einer bekannten deutschen Band wohl heißen. Haben diese "Alten Hasen" keine Lobby mehr oder was ist passiert?

Und wird die Mortalitätsrate ebenso dem Hype auf Fallzahlen zu SARS Cov 2 geopfert?

und scheuklappenblind jedes gegenläufige Argument als Verschwörungstheorie abgelehnt? Da kann sämtliche Statistik der letzten Jahre einpacken...

 

Euromomo ist seit Ende der 2000er Jahre ein Projekt zur fortlaufenden und zeitnahen Überwachung der Übersterblichkeit großer Teile Europas. Ihm sind inzwischen 18 europäischen Staaten, die vier Landesteile des Vereinigten Königreiches sowie die zwei deutschen Bundesländer Berlin und Hessen angegliedert.

 Warum Deutschland dort nicht generell teilnimmt, sollte die Politik beantworten. Transparenz würde jedenfalls viele ungeklärte Fragen beantworten und somit den Ultras auf beiden Seiten die Verbohrtheit nehmen. Solange allerdings wichtige Parameter der Statistik nicht offengelegt werden, muss man sich nicht wundern, dass es Protest gibt.

(6.1.2021)


Die Naivität der Zivilisten

Protest ohne Struktur ist wie Wattebällchen gegen Godzilla

Für alle, die sich hinterher beschweren, dass sie vom "uniformierten Schwarzen Block" verletzt wurden:

 

Wenn ich weiß, dass mein Gegenüber durchaus auch mit körperlicher Gewalt reagieren könnte, stelle ich mich nicht auf die Strasse und biete mich als Zielscheibe an. Für diesen Fall muss ich meine Taktik ändern. Die andere Seite ist gut ausgebildet, organisiert und strukturiert und somit auch bei zahlenmäßiger Unterlegenheit weit überlegen.

Das müsste jedoch nicht so sein, wenn es ein besseres Konzept gäbe...

 

Also hört auf, euch zu echauffieren. Analysiert ihre Strategien und Denkmuster. Organisiert Euch!


"HE IS SLOWLY TRYING TO ELIMINATE ANY WEBSITE THAT DOESN’T CONFORM TO HIS CONSUMERIST WORLD VIEW"

Für diesen Satz über Facebook-Chef Mark Zuckerberg wurde Roger Waters (ehem. Pink Floyd) noch im Sommer 2018 vom "Musikexpress" angegriffen. Inzwischen ist es mehr als deutlich real...


Andreas Rebers und die Clowns


Die Bundesregierung muss die "Gottbegnadeten-Liste" aktuallisieren

Diese Künstler leben schon nicht mehr

 

Die Gottbegnadeten-Liste war eine 1944 in der Endphase des Zweiten Weltkrieges von Joseph Goebbels und Adolf Hitler zusammengestellte Liste. Auf 36 Seiten waren 1041 Künstler aufgeführt, die dem nationalsozialistischen Regime wichtig erschienen. Der Name beruht auf dem Aktentitel der Liste[1][2] und war folglich der offizielle, vom Reichsministerium verwendete Begriff.

 

Quelle: wikipedia

(diese Kolumne darf als Satire verstanden werden, wobei es nicht unmöglich erscheint, dass die Bundesregierung über eine neue Liste nachdenkt)


Erich Weinert

FERIENTAG EINES UNPOLITISCHEN

Der Postbeamte Emil Pelle
hat eine Laubenlandparzelle,
wo er nach Feierabend gräbt
und auch die Urlaubszeit verlebt.

 

Ein Sommerläubchen mit Tapete,
ein Stallgebäude, Blumenbeete,
hübsch eingefaßt mit frischem Kies,
sind Pelles Sommerparadies.

 

Zwar ist das Paradies recht enge
mit fünfzehn Meter Seitenlänge;
doch pflanzt er seinen Blumenpott
so würdig wie der liebe Gott.

 

Im Hintergrund der lausch’gen Laube
kampieren Huhn, Kanin und Taube
und liefern hochprozent’gen Mist,
der für die Beete nutzbar ist.

 

Frühmorgens schweift er durchs Gelände
und füttert seine Viehbestände.
Dann polkt er am Gemüsebeet,
wo er Diverses ausgesät.

 

Dann hält er auf dem Klappgestühle
sein Mittagsschläfchen in der Kühle,
Und nachmittags, so gegen drei,
kommt die Kaninchenzüchterei.

 

Auf einem Bänkchen unter Eichen,
die noch nicht ganz darüber reichen,
sitzt er, bis daß die Sonne sinkt,
wobei er seinen Kaffee trinkt.

 

Und friedlich in der Abendröte
beplätschert er die Blumenbeete
und macht die Hühnerklappe zu,
dann kommt die Feierabendruh.

 

Er denkt: „Was kann mich noch gefährden
Hier ist mein Himmel auf der Erden!
Ach, so ein Abend mit Musik,
da braucht man keine Politik!

 

Die wirkt nur störend in den Ferien,
wozu sind denn die Ministerien?
Die sind doch dafür angestellt,
und noch dazu für unser Geld,

 

Ein jeder hat sein Glück zu zimmern.
Was soll ich mich um andre kümmern?“
Und friedlich wie ein Patriarch
beginnt Herr Pelle seinen Schnarch.

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Dieses Gedicht schrieb der Dichter Erich Weinert im Jahre 1930. Nur knapp drei Jahre später erfolgte die Machtübertragung an die Faschisten unter Hitler.


Mehr Mut zum Streit!

Markus Söder will die Corona-Pandemie schneller, effektiver und vor allem einheitlicher bekämpfen. Bisher haben sich Bund und Länder über alle Schritte abgesprochen und sind in Einzelfragen trotzdem verschiedene Wege gegangen. Das hält der bayerische Ministerpräsident für schädlich. Fehlt es an Einheit oder nicht doch eher an Wissenschaftlichkeit? Wissenschaft heißt, dass man Hypothesen nicht mit Wahrheit verwechselt.

...

Die Autor:innen der jüngst veröffentlichten „Great-Barrington-Erklärung“, Martin Kulldorf, Sunetra Gupta und Jay Bhattacharya, sind aber ein anderer Fall. Kulldorf zum Beispiel war 1997 in die Beratergruppe für Krankheitskartierung der Weltgesundheitsorganisation WHO berufen worden. Er hat auch für das EU-Forschungsprojekt ADVANCE zur zeitgerechten und evidenzbasierten Analyse von Impfeffekten gearbeitet. Muss man betonen, dass das nicht heißt, dass er und seine Kolleg:innen „recht haben“? Es heißt nur, dass etwas nicht stimmt, wenn sie wie „Covidioten“ behandelt werden. Ebendas geschieht aber.

Die drei Forscher:innen haben erklärt, die gegenwärtige Corona-Politik sei falsch; man solle die Risikogruppen schützen, ansonsten aber die Herdenimmunität anstreben, statt auf den Impfstoff zu warten. Ohne Herdenimmunität verschwinde das Virus niemals. Das ist eine der großen Streitfragen. Klar ist jedenfalls, dass, wenn es nicht verschwindet, auch die Absenkung unserer Grundrechte immer bleibt. Und was den Impfstoff angeht: Lange hieß es, wenn er da sei, könnten alle Maßnahmen aufgehoben werden. In den letzten Wochen ist das zurückgenommen worden. Nach einem Gesetzesentwurf, der jetzt vorgelegt wurde, sollen die Ausnahmeregelungen „verstetigt“ werden. Natürlich nur, wenn es notwendig sei. Aber wird denn die Frage, ob es notwendig ist, überhaupt gestellt? Die Frage zum Beispiel, ob das pure Starren auf die Infektionszahlen die gegenwärtige Politik rechtfertigt. Wer infiziert ist, ist deshalb noch nicht krank. Am Anfang des Jahres wurde mit Hinweis auf diese Zahlen die Gefahr einer Überlastung der Krankenhäuser beschworen. Das war damals als Vorsichtsverhalten richtig. Nachdem aber der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, jetzt wieder von einem Personalmangel in den Kliniken sprach, hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz vor „Panikmache“ gewarnt: „Die Intensivstationen in Deutschland sind weit weg von einer Überlastung“, so Vorstand Eugen Brysch.

...

Eine öffentliche Debatte zwischen den beiden Parteien wird nicht nur nicht herbeigeführt, sondern sogar massiv verhindert. So erreichte Corona Fehlalarm?, das Buch von Karina Reiss und Sucharit Bhakdi, den ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste, obwohl es in allen größeren Medien totgeschwiegen worden war. Dabei ist auch Bhakdi, wie immer man zu seiner Einschätzung steht, ganz sicher kein „Covidiot“. Er ist Infektionsepidemiologe, neben vielen wissenschaftlichen Auszeichnungen erhielt er 2005 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.

Seine Thesen „werden von einer überwiegenden Mehrheit der Experten als unwissenschaftlich eingestuft“, liest man bei Wikipedia. Aber mindestens, wenn er fragt: „Warum gab es nicht mal eine Diskussionsrunde, einen offenen sachlichen Austausch: Drosten und Wieler – Bhakdi und Wodarg an einem runden Tisch?“, hat er ganz sicher recht. Dass es eine solche öffentliche Debatte nicht gibt, ist ein politischer Skandal ersten Ranges. Bei Immanuel Kant lesen wir, Aufgeklärtsein heiße, sich nicht einmal vom Arzt die eigene Entscheidung abnehmen zu lassen. Wie nun erst, wenn „There is no alternative“ gelten soll, nicht nur ökonomisch, sondern auch medizinisch – als gäbe es nur Herrn Drosten, der übrigens zwar Virologe, aber kein Epidemiologe ist, und sonst nur Kurpfuscher? Dann müssen wir um unsere Demokratie zittern.

Quelle: Der Freitag


Die Freiheit der Kapitalinteressen

Die Regulierung der Freizeit ist Ausdruck einer bestimmten Regierungsmoral. Derweil darf der Betrieb nicht unterbrochen werden, Hotspots hin oder her

24.10.2020

Würde der französische Philosoph Michel Foucault heute noch leben, er hätte viel zu tun, schließlich befasste sich der 1984 verstorbene Franzose immer wieder mit der gesellschaftlichen Regulierung von Krankheiten und Seuchen: Bei der Bekämpfung von Lepra wurden Gesunde von Kranken getrennt, die Kranken sogar vor die Tore der Stadt gesetzt. Während der Pest kontrollierten die Regierenden die Bürger und Grenzen nahezu lückenlos. Bei den Pocken dann stand nicht mehr die erbarmungslose Externalisierung und auch nicht die Disziplinarmacht im Vordergrund, sondern die Kontrolle der Krankheit, ohne sie gänzlich bekämpfen zu wollen. Daten wurden erhoben, Statistiken erstellt und mittels der Impfung ein Umgang mit den Pocken gefunden.

 

Dieser Umgang mit den Pocken steht, wie der Historiker Philipp Sarasin herausgearbeitet hat, für die heute dominierende Machtform: die liberale Gouvernementalität. Bei dieser darf die (vermeintliche) Freiheit der Bevölkerung nicht zu sehr eingeschränkt werden, sonst droht die liberale Herrschaft an Bindungskraft zu verlieren. Mischt sie sich zu sehr ein, untergräbt sie sich selbst. Die Disziplinierung von außen verschwindet nicht, wird aber ergänzt durch Selbstdisziplinierung. Und Corona zeigt in diesen Tagen: An kaum einem anderen Ort lässt sich die Selbstdisziplinierung besser beweisen als im Privaten, in der Freizeit.

 

Die Regierenden präsentieren sich als handlungsfähig, indem sie etwa Sperrstunden anordnen. Gleichzeitig appellieren sie an das Innere und die Moral, sprechen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn neulich, von einem „Charaktertest für die Gesellschaft“. Die jungen Leute sollen nicht mehr vor Kiosken und Bars herumlungern. Ob von diesem bescheidenen Freizeitvergnügen eine Gefahr ausgeht, ist umstritten. Das ficht viele in Zeiten der Gouvernementalität nicht an. So stand am vergangenen Wochenende eine junge Frau im Twitter-Shitstorm, die bei einer ZDF-Straßenumfrage geäußert hatte, dass sie regelmäßiges Feiern vermisse.

 

Die gouvernementale Moralisierung der Freizeit ist „gesprächswertig“, verhältnismäßig ist sie nicht. Was ist eigentlich mit den kaum noch zählbaren Hotspots in Logistikzentren und Fleischfabriken? Nun darf zwar in einigen Städten ab 23 Uhr kein Alkohol mehr getrunken werden; weiter erlaubt ist es aber, am nächsten Morgen Nase an Nase, wenn auch mit Maske, im voll besetzten Bus zur Arbeit zu fahren. Auch das ist typisch für die gouvernementale Macht: Es geht in erster Linie nicht um die Freiheit der Regierten, sondern um die Freiheit für das Kapital.

Quelle: Der Freitag


Die zentrale Rolle von Corona muss zurücktreten

Interview mit Prof. Dr. Klaus Püschel             vom 16.09.2020 (Apotheken Umschau)

10.10.2020

"Die zentrale Rolle von Corona muss zurücktreten...Wir sollten sie sehen wie andere Viruserkrankungen..." Danke, Herr Prof. Püschel.

 

Hendrik Streeck äußert sich ähnlich. Wenn man mit offenen Sinnen die Welt betrachtet, muss man genau zu dieser Analyse kommen. Bei den Entscheidungsträgern fehlt's da jedoch an entscheidender Stelle. Immerhin haben sie es geschafft, ein eh schon denkfaules Wahlvieh in Angststarre zu versetzen, unfähig zu rationalen Überlegungen.


Streeck für ein Ende des Krisen- und Panikmodus

09.10.2020

Die Angst vor dem Coronavirus sei häufig irrational. Zu häufig würden kleinste Nebenrisiko-Wahrscheinlichkeiten zu großen Themen von Politik und Medien. "Das Virus ist zu politisch geworden, obwohl es eigentlich nicht politisch sein sollte", klagte der Virologe.

Streeck plädiert für ein Ende des Krisen- und Panikmodus, der Umgang mit dem Virus müsse zur in ein normales Risikohandling wie bei vielen anderen Risiken des Lebens auch übergehen. Ängste zu schüren sei der falsche Weg, weil man damit die Gesellschaft spalte und die Akzeptanz für eigenverantwortliche Achtsamkeit schwäche.

Maskenpflichten etwa an der frischen Luft seien unsinnig. "Wir brauchen einen Wechsel im Krisenmanagement. Wir dürfen die Krise nicht verwalten, sondern müssen Lösungen finden. Sorgsam pragmatische Lösungen", empfiehlt der Virologe.

 

Die Infektionszahlen dürften nicht mehr im Haupt-Fokus stehen. Man müsse auch den echten Krankheitsausbruch ins Auge fassen wie die Auslastung in der stationären Behandlung und der Anteil der belegten Intensivbetten. Dementsprechend definierte Schwellenwerte könnten somit striktere Maßnahmen im Alltagsleben vorgeben.

Streeck wies darauf hin, dass die Sterblichkeitsrate höchstens bei 0,37 Prozent liege. Die gut erforschte brasilianische Metropole Manaus melde eine Sterblichkeitsrate von 0,28 Prozent. "Das lässt sich einordnen", meint Streeck.

 

"Viele von uns werden Bekanntschaft mit diesem Virus machen, ob wir wollen oder nicht."

 

Corona sei deutlich gefährlicher als normale Grippewellen, aber "Corona wird nicht unser Untergang sein". Man verzeichne in großen Ballungsräumen der Erde zusehends eine Herdenimmunität. Streeck nennt dazu als Beispiele Brasilien, die USA, Schweden und Indien.

 

Quelle: web.de


Badespaß im bayrischen Gauting

über kognitive Dissonanz im Schwimmbad

"Langes Warten" auf Security an der Einlasskontrolle, weitreichende Einschränkungen, Sonderregeln, Aufnahme der Kontaktdaten aller Gäste, nicht nutzbare Bereiche wie Rutschen oder Volleyballplatz, Zugangsbeschränkungen und sogar geschlossene Bereiche. Wenn da kein "Badespaß" bei den Bayern aufkommt...Ich geh wohl besser wandern.

Quelle: "Kreisbote" (ungefragt eingeworfene "Kasblatt"-Wurfsendung)


Die tägliche Dosis Pestizid vom Discounter

Discounter geben sich nun wirklich alle Mühe, ihren Kunden die tägliche Dosis Pestizide zu verabreichen. Diese sollten das jedoch wissen und ihre Konsequenzen ziehen. Aber Geiz ist halt geil. Und er macht krank.

 

ALDI Nord (10.6.2020)
In einer Probe seien Rückstände des Pflanzenschutzmittels Oxamyl gefunden worden, teilte das Unternehmen mit. „Der Artikel sollte daher nicht mehr verzehrt werden“, heißt es weiter.

 

Die Eigenschaften, die Insektizide für Insekten tödlich machen, können sie mitunter auch für Menschen tödlich machen. Die meisten schweren Insektizidvergiftungen werden durch Organophosphat- und Carbamat-Verbindungen (Oxamyl) verursacht.


Orwells Dystopie

BIG BROTHER IS WATCHING YOU
George Orwells 1984 ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden. Mit atemberaubender Unerbittlichkeit zeichnet der Autor das erschreckende Bild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absolute autoritären Staatsmacht. Seine düstere Vision hat einen beklemmenden Wirklichkeitsbezug, dem sich auch der Leser von heute nur schwer entziehen kann.

60 Jahre nach "1984"

Ilija Trojanow und Juli Zeh:                           Angriff auf die Freiheit (2009)

Alle sind scharf auf private Daten. Der Staat möchte die biologischen Merkmale der Bürger kennen. Die Wirtschaft sammelt Informationen über die Vorlieben ihrer Kunden. Arbeitgeber suchen mit illegalen Überwachungen nach schwarzen Schafen unter ihren Mitarbeitern. Die Warnungen vor Terror und Wirtschaftskriminalität lenken von einer Gefahr ab, die uns allen droht: der transparente Mensch. Bevor es so weit kommt, intervenieren Juli Zeh und Ilija Trojanow mit einer engagierten Kampfschrift. Wie viel sind uns unsere Bürgerrechte noch wert? Wer bedroht unsere Demokratie stärker: militante Islamisten oder die Befürworter einer totalen Überwachung? Wie können wir uns gegen den schleichenden Verlust unserer Freiheit wehren? Dieses Buch, zornig, ironisch, und hoch informativ zugleich, wird viele Menschen aufrütteln, die sich zu lange in falscher Sicherheit wiegten.


Der Maßstab heißt Grippe

Appell Um der Pandemie zu begegnen, müssen wir unseren Umgang mit Risiken neu definieren. 
Von Alexander Kekulé, Julian Nida-Rümelin, Boris Palmer, Christoph Schmidt, Thomas Straubhaar, Juli Zeh

Bis jetzt ist der Kelch an uns vor­über­ge­gan­gen. Die schreck­li­chen Bil­der aus den über­for­der­ten Kran­ken­häu­sern Ita­li­ens ha­ben sich hier­zu­lan­de nicht wie­der­holt. Deutsch­land war gut vor­be­rei­tet und hat recht­zei­tig die Kon­tak­te be­schränkt. Die Be­völ­ke­rung hat sich ver­nünf­tig ver­hal­ten, und so sind heu­te in der Bun­des­re­pu­blik vie­le In­ten­siv­bet­ten frei.

Da­bei geht es nicht um die Fra­ge »Geld, Grund­ge­setz oder Le­ben« – viel­mehr be­din­gen sich die­se Zie­le ge­gen­sei­tig. Nur wenn die Wirt­schaft funk­tio­niert, kön­nen wir die Bür­ger mit grund­le­gen­den Gü­tern ver­sor­gen, die Schwä­che­ren in der Ge­sell­schaft un­ter­stüt­zen und ein leis­tungs­fä­hi­ges Ge­sund­heits­sys­tem auf­recht­er­hal­ten. Sze­na­ri­en des Münch­ner Ifo-In­sti­tuts wei­sen dar­auf hin, dass jede wei­te­re Wo­che des Lock­downs volks­wirt­schaft­li­che Schä­den von bis zu 50 Mil­li­ar­den Euro ver­ur­sa­chen könn­te. Es droht eine Re­zes­si­on, für de­ren Aus­maß es in der deut­schen Nach­kriegs­ge­schich­te kein Bei­spiel gibt. Das wird nicht nur bei Wohl­stand und Be­schäf­ti­gung tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen, son­dern auch die all­ge­mei­ne Le­bens­qua­li­tät und den Ge­sund­heits­zu­stand der Be­völ­ke­rung be­ein­träch­ti­gen.

Wir müs­sen da­her aus dem Lock­down so rasch wie mög­lich in eine Pha­se über­ge­hen, die un­se­re Volks­wirt­schaft aus dem Win­ter­schlaf auf­weckt, Ein­grif­fe in un­se­re Grund­rech­te mi­ni­miert und uns den­noch hin­rei­chend vor ei­nem Wie­der­auf­flam­men der Ge­sund­heits­kri­se schützt. Die jetzt ein­ge­lei­te­ten Lo­cke­rungs­maß­nah­men kön­nen die­sen An­spruch nicht er­fül­len. Sie wür­den die Re­pu­blik noch vie­le Mo­na­te, viel­leicht so­gar Jah­re un­ter das Joch der täg­lich wech­seln­den Fall­zah­len stel­len. Wenn sich sol­che un­vor­her­seh­ba­ren Ein­grif­fe in In­ter­val­len wie­der­ho­len, wirkt das zer­stö­re­risch, auf die Wirt­schaft ge­nau­so wie auf die Psy­cho­lo­gie der Be­völ­ke­rung.

...Den rich­ti­gen Weg könn­te uns der Um­gang mit ei­ner an­de­ren Krank­heit wei­sen, die uns seit Be­ginn der Zi­vi­li­sa­ti­on be­glei­tet und für de­ren Ri­si­ken wir ei­nen ge­sell­schaft­lich ak­zep­tier­ten Um­gang ge­fun­den ha­ben: die Grip­pe.

Nach An­ga­ben des Ro­bert Koch-In­sti­tuts ster­ben im Zu­sam­men­hang mit In­flu­en­za-In­fek­tio­nen al­lein in Deutsch­land bis zu 25 000 Men­schen jähr­lich, un­ter ih­nen sind auch jun­ge Pa­ti­en­ten und Kin­der. Die­ses Ri­si­ko neh­men wir als Ge­sell­schaft hin, ohne über Lock­downs oder auch nur eine Impf­pflicht nach­zu­den­ken – es ist der un­aus­ge­spro­che­ne Preis der Frei­heit und des wirt­schaft­li­chen Wohl­stands.

Mit die­sem be­kann­ten und ak­zep­tier­ten Ri­si­ko als Maß­stab kön­nen wir eine Stra­te­gie für den Um­gang mit dem neu­en Co­ro­na­vi­rus ent­wer­fen. Hier­bei hilft uns die Tat­sa­che, dass Co­vid-19 für die Be­völ­ke­rung nicht ge­fähr­li­cher ist als die Grip­pe, wenn man be­stimm­te Ri­si­ko­grup­pen und Men­schen über 65 Jah­ren ge­zielt vor In­fek­tio­nen schützt. Denn die Wahr­schein­lich­keit, an Co­vid-19 zu ster­ben, dürf­te für jün­ge­re Al­ters­grup­pen ohne chro­ni­sche Vor­er­kran­kun­gen kaum grö­ßer sein als bei ei­ner schwe­ren Grip­pe. Sie liegt also um den Fak­tor 50 nied­ri­ger als bei Hoch­alt­ri­gen.

...

Vor die­sem Hin­ter­grund muss klar­ge­stellt wer­den: Es geht nicht um dis­kri­mi­nie­ren­de Zwangs­maß­nah­men für äl­te­re oder vor­er­krank­te Men­schen. Ein Vor­ge­hen, das un­ter­schied­li­che Ri­si­ken be­rück­sich­tigt, zielt nicht auf eine Be­nach­tei­li­gung be­stimm­ter Be­völ­ke­rungs­grup­pen, son­dern auf ih­ren be­son­de­ren Schutz. Au­ßer­dem geht es dar­um, die All­ge­mein­heit zu ent­las­ten, was so­wohl ver­fas­sungs­recht­lich wie öko­no­misch ge­bo­ten ist.

...

Dass man­che Men­schen stär­ker durch das Co­ro­na­vi­rus ge­fähr­det wer­den als an­de­re, ist kei­ne po­li­ti­sche Ent­schei­dung, son­dern eine bio­lo­gi­sche Tat­sa­che. Pan­de­mie­plä­ne se­hen fol­ge­rich­tig vor, dass der Schutz auf die be­son­ders be­droh­ten Grup­pen zu kon­zen­trie­ren ist, wenn sich die Aus­brei­tung des Vi­rus nicht mehr kom­plett un­ter­drü­cken lässt. Gleich­be­hand­lung nach dem Grund­ge­setz kann auch be­deu­ten, Un­glei­ches un­gleich zu be­han­deln, also sach­li­che Un­ter­schie­de zu be­rück­sich­ti­gen.

...

Mo­men­tan wer­den die Grund­rech­te für die ge­sam­te Be­völ­ke­rung in man­chen Be­rei­chen fast auf null ge­setzt. Wenn wir auf jeg­li­che Dif­fe­ren­zie­rung ver­zich­ten, da­mit sich nie­mand dis­kri­mi­niert fühlt, fal­len die Ein­schrän­kun­gen für alle viel grö­ßer aus. Wir müss­ten den Lock­down auf­recht­er­hal­ten, bis ein Impf­stoff be­reit­steht. Dies wird frü­hes­tens in ei­nem Jahr, viel­leicht deut­lich spä­ter oder auch nie der Fall sein – bis­her gibt es ge­gen kei­nes der zahl­rei­chen be­kann­ten Co­ro­na­vi­ren ei­nen Impf­stoff.

Un­ser Ziel muss es sein, schnel­ler als das Vi­rus zu wer­den. Ein paar zu­sätz­li­che Mit­ar­bei­ter bei den Ge­sund­heits­äm­tern ge­nü­gen da­für nicht.

 

Quelle: Der Spiegel (Ausgabe 18/2020)


Jakob Augstein: Bizarre Blüten

...Politik bedeutet die Abwägung vieler Interessen und nicht die Unterordnung aller Interessen unter ein einziges Prinzip – dazu taugt nicht einmal der Schutz des menschlichen Lebens. Es ist, so paradox das auf den ersten Blick auch erscheinen mag, nur ein Gut unter anderen. Darum leisten weder Staat noch Gesellschaft jederzeit alles dafür, absolute Sicherheit für jedes einzelne menschliche Leben zu gewährleisten. Aber in der Corona-Krise soll das plötzlich gelten.

Aus irgendeinem Grund haben sich Staat und Gesellschaft auf diesen „Pandemie-Absolutismus“ festgelegt, und man gewinnt den Eindruck, je höher der Einsatz wird – an menschlichem Leid und wirtschaftlichen Kosten –, desto weniger können wir von dieser Entscheidung abrücken.

 

Dabei lässt sich ein verantwortungsvoller Weg aus dieser Krise ja vorstellen: Die Kindergärten müssen geöffnet werden und die Schulen in den unteren Klassen. Im Alltag muss Rücksicht auf die gefährdeten Gruppen genommen werden, das sind die sehr Alten und die Menschen mit zwei Vorerkrankungen; auf Großveranstaltungen werden wir lange verzichten müssen, aber Restaurants, Theater und Kinos müssen öffnen. Vor allem: Einen zweiten Lockdown darf es nicht geben.

...

Ist niemandem aufgefallen, wie sonderbar es ist, dass sich beim Streit um die „Lockerungen“ – ein Begriff, den man vor allem aus dem Strafvollzug kennt – diejenigen rechtfertigen mussten, die für eine Rückkehr zu den bürgerlichen Freiheiten eintraten, und nicht diejenigen, die weiterhin Freiheiten beschneiden wollten?

 

Stattdessen haben wir eine Umkehr der Beweislast, die bizarre Blüten treibt. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb über das Ergebnis einer Studie zur Wirkung von Schulschließungen: „Kurz gesagt: Wir wissen nicht, wieviel Schulschließungen bringen. Schulöffnung muss daher sehr gut epidemiologisch vorbereitet sein.“

 

Wir kennen also nicht den epidemiologischen Nutzen einer einschneidenden Maßnahme, wir kennen hingegen sehr gut ihre verheerenden sozialen und psychologischen Folgen – und dennoch soll die Aufhebung dieser Maßnahme in die Hände der Epidemiologen gelegt werden? Willkommen in der Corona-Welt.

...

Susan Sontag hat vor vielen Jahren geschrieben: „Es ist kein wünschenswertes Ziel, dass die Medizin ‚total‘ sei, ebenso wenig wie der Krieg.“ Wir aber sind auf dem Weg in das Zeitalter der totalen Medizin. In diesem unbekannten Land, dem wir uns nähern, könnten die seelischen, die sozialen und die wirtschaftlichen Verwüstungen auf Dauer tatsächlich mit denen des Krieges mithalten.

(Quelle: Der Freitag)


Quelle: Watson
Quelle: Watson

Einer, der verstorbene Covid-19-Infizierte untersucht, ist Johannes Friemann, Leiter der Pathologie am Klinikum Lüdenscheid. Im Interview mit der "Welt" hat er seine Erkenntnisse aus Obduktionen von Kollegen und von eigenen Untersuchungen erklärt.

Aus den Organen der sezierten Toten lese ein Pathologe "wie in einem Buch". Über die Todesursache bei Corona-Patienten sagt Friemann: "Neben einem meist im Vordergrund stehenden Lungenversagen sehen wir auch Vorerkrankungen, die für sich genommen bereits allein geeignet sind, einen Menschen zu töten."

Bereits seit Anfang der Pandemie ist bekannt, dass ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen ein höheres Risiko haben, an Covid-19 zu sterben.

 

Durch Corona werde ein "aus anderen Gründen bereits drohender Tod vorverlegt", sagt Friemann.

 

Auch Friemanns Kollege Klaus Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg, hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Zeitung" kürzlich gesagt: "Es gibt nicht 'den' Corona-Toten, wie es die Statistik suggeriert."

"Sehr viele Todesursachen" im Zusammenhang mit Corona

Es sei klar festzustellen, dass die Vorkrankheiten eine sehr wesentliche Rolle für den Verlauf der Krankheit spielten, so der Rechtsmediziner.

In Hamburg seien die Verstorbenen bislang ausnahmslos multimorbide gewesen: Sie litten also an mehreren Krankheiten gleichzeitig, häufig an schwerwiegenden Erkrankungen der Lunge oder des Herzens, zum Teil auch an Krebs. Außerdem sind die Toten schon älter. Das deckt sich mit den Angaben des Robert-Koch-Instituts: Im Schnitt waren die Verstorbenen in Deutschland bislang 80 Jahre alt. Ganze 86 Prozent der Verstorbenen waren RKI-Angaben zufolge 70 Jahre und älter.


Das Virus hautnah

Interview mit einem Intensivmediziner

aus dem Interview:

Ist es nicht normal, dass man Angst hat vor dem Virus?

Menschen sterben. Immer. Auch junge Menschen. An Verkehrsunfällen, Infektionen, an Krebs, an schweren Autoimmunerkrankungen. Aber die aktuellen Todeszahlen werden sonst nie im Fernsehen gezeigt. Sondern es wird gar nicht darüber gesprochen.

Wie über die Grippewelle vor zwei Jahren?

Damals gab es wochenlang nicht genug Betten auf der Intensivstation, doch über Todesstatistiken sprach die Öffentlichkeit nicht. Jetzt sind die Menschen plötzlich damit konfrontiert, begleitet von Bildern aus der Intensivmedizin und von LKWs voller Leichen. Diese Bilder treffen auf eine Gesellschaft, die nie über den Tod redet. Die gerade noch mit der Frage beschäftigt war, was für ein Auto ich mir als nächstes kaufe. Wohin ich als Nächstes in den Urlaub fliege...


Fallzahlen völlig spekulativ

Virologe Stefan Willig (Charité) bei Maischberger

Maischberger: ...wir vertrauen lauter Zahlen, von denen man weiß, die sind ohne Gewähr. Wie viele Infizierte gibt es wirklich in Deutschland? Wissen wir das?

 

Willich: Das ist völlig spekulativ. Das ist eine der Zahlen, über die kein Mensch in der Welt Bescheid weiß.

 

Maischberger: Wissen wir denn, wie hoch die Sterblichkeit ist?

 

Willich: Wir wissen aus Italien, für wen diese Krankheit sterblich ist. Damit stellt sich auch die Frage: Wen müssen wir besonders schützen? Das Durchschnittsalter der Todesfälle beträgt dort 80 Jahre. Die Hälfte haben drei oder mehr ernsthafte chronische Erkrankungen, und zwar simultan. Zum Beispiel Diabetes, koronare Herzkrankheit, Nierenfunktionsstörungen, Lungenfunktionsstörungen... Das heißt, wir haben es hier mit einer sehr speziellen Bevölkerung zu tun, einer sehr kranken Gruppe der Bevölkerung. In Deutschland sind zwei Drittel über 80 Jahre alt, 30% sind zwischen 60 und 80 und 5% sind unter 60 Jahren...In dieser Gruppe sterben jeden Winter Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen an der Influenza-Grippe...

 

Maischberger: Wir zählen die Todesfälle und wissen nicht, ob die Gestorbenen an oder mit dem Corona-Virus gestorben sind...

 

Willich: Genau.

 

Maischberger: Was heißt das?

 

Willich: Es ist letztlich eine Einzelfallentscheidung. Wenn Sie einen Patienten haben, der bettlägerig ist mit einer schweren Erkrankung und der noch einige Tage oder Wochen leben kann. Wenn der sich das Corona Virus zuzieht und der Todesfall ausgelöst wird,Wie bewertet man das auf dem Totenschein? In der Regel würde der Arzt sagen: Das ist die Krebserkrankung gewesen... und würde nicht sagen: Das ist ein Corona Todesfall...Die sind aber alle mitgezählt...

 

Maischberger: Frau Merkel möchte gern, dass die Zahl der Verdoppelung der Infizierten von derzeit 6 auf 10 Tage erhöht wird, bevor die restriktiven Maßnahmen gelockert werden.

 

Willich: Diese Zahl ist in die Welt gestellt, um das Durchhalten zu stimulieren.


Parallelwelten in der Nachbarschaft oder:         Asozial im Würmtal

Rücksicht ist keine prägende Eigenschaft von vielen Menschen im Würmtal. Wie also soll man diese Situation sonst anders beschreiben als asozial? Da leben scheinbar intelligente Menschen zusammen und müssen vom Bürgermeister darauf hingewiesen werden,  besser auf ihr soziales Verhalten zu achten. Dazu gehört, sich in die Lage von Fußgängern zu versetzten, die den Fußweg nur deshalb nicht benutzen können, weil die Besitzer ihre Hecken wild wuchern lassen. Auf der Strasse parkende Autos trotz Stellplatz auf dem Hof oder Garage sind ebenso asozial. Und wenn dann doch ein Auto regelmäßig in seiner Garage geparkt wird, stellen sich manche Nachbarn oder deren Besuch so dicht an die Einfahrt, dass der Besitzer rangieren muss, um wieder aus der Garage zu kommen. Außerdem sollten genell Fahrzeuge mit nicht serienmäßg hochgeschraubten Schall-Emissionswerten aus Wohngebieten verbannt werden.

Da haben die Kraillinger Stadtväter und -mütter ebenfalls Handlungsbedarf.

 

Gratulation, Herr Haux. Wer solchen Bürgern elementarste Verhaltensregeln per Wurfzettel erklären muss, kann das Wort "Sozialhilfe" völlig neu interpretieren.

Mir zeigt das einmal mehr, dass Geld und Intelligenz nicht zwangsläufig zusammengehören...


Parallelwelten in der Nachbarschaft oder:         Amateure in Uniform

Welche Ideologie muss jemand verinnerlicht haben, um Zustände wie vor der Reichskristallnacht herbeizuführen? Die Ereignisse in der Asylunterkunft Krailling im Sommer 2019 sprechen für sich. Judikative und Exekutive haben hier bestens bewiesen, welch Geistes Kind sie sind. Oder waren die Beamten einfach nur überfordert? Möglicherweise sollten sie besser Konsequenzen ziehen und ihren Job an den Nagel hängen. Denn ein solch massiver und von Dilettantismus gekennzeichneter Einsatz hätte ohne die vorab notwendigen Informationen schlichtweg nicht durchgeführt werden dürfen.